Pressemitteilung des AZ L+S zur Bund-Forderung Reinheitsgebot für Muttermilch

Pressemitteilung des Ausbildungszentrums für Laktation und Stillen: Stellungnahme zur Forderung des BUND eines Reinheitsgebotes für Muttermilch, veröffentlicht am 14. Juni 2005

Die Vorteile des Stillens sind nach wie vor unumstritten und nachgewiesen. Diese Publikation zielt auf unsere Emotionen ab. Es gibt keine Beweise über eine tatsächliche Schädigung des Kindes durch Muttermilch! Allerdings sind Zusammenhänge mit der Schadstoffbelastung des Nabelschnurblutes in Bezug auf die weitere Entwicklung des Kindes bekannt. Diese neueren Schadstoffe haben in der Regel viel kürzere Halbwertzeiten als die lange bekannten Schadstoffe.
In der Originalpublikation des BUND wird folgerichtig Stillen und eine gleichzeitige Reduzierung der Umweltschadstoffe empfohlen.
Bis das erreicht ist, sollten wir diese Stoffe in unserem Umfeld soweit wie möglich reduzieren. Bei Computerarbeitsplätzen häufig lüften, neue Textilien vor dem ersten Anziehen waschen. Auf Waschmittel und Hautpflegemittel mit Parfümierung/Düften verzichten.

Nach wie vor muss angestrebt werden, unsere Umwelt so zu entlasten, dass wir schadstofffreie Frauenmilch bekommen. Es gibt gegenwärtig keine Hinweise, die dazu berechtigen, das Stillen einzuschränken. Es sei denn, die Mutter stand im Zentrum eines chemischen Katastrophenfalles.

Muttermilch ist nach wie vor die beste Nahrung für unsere Säuglinge. WHO und UNICEF fordern weltweit Kinder sechs Monate ausschließlich zu stillen und danach bei adäquater Beikost bis Ende des zweiten Lebensjahres oder darüber hinaus weiter zu stillen.

Erika Nehlsen, IBCLC
Ausbildungszentrum für Laktation und Stillen
Kantor-Rose-Str. 9
31868 Ottenstein

Hier der Link zur BUND-Forderung: http://www.stern.de/wissenschaft/mensch/:BUND-Reinheitsgebot-Muttermilch/541752.html

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