Pressemitteilung zum Internationalen Frühchentag

INTERNATIONALER FRÜHCHENTAG


17.November 2010


Der Internationale Tag des Frühgeborenen findet heuer das zweite Mal am 17. November statt.


Ziel der Initiatoren


Aufmerksamkeit für die Bedürfnisse von zu früh geborenen Babys zu schaffen und die damit verbundenen medizinischen, psychosozialen und finanziellen Herausforderungen aufzuzeigen.


In Österreich erblickt etwa jedes elfte Baby zu früh das Licht der Welt. Das entspricht rund 7.000 Kindern pro Jahr. Durch die verkürzte Zeit im Mutterleib sind die Organe dieser sogenannten „Frühchen“ noch nicht vollständig entwickelt und können daher in ihrer Funktion eingeschränkt sein. Darüber hinaus besitzen die zwischen der 33. und 35. Schwangerschaftswoche geborenen Frühchen gerade mal 50 Prozent des Immunsystems eines Reifgeborenen Kindes. Die Lungen der Frühgeborenen sind noch sehr klein und unterentwickelt, daher sind sie anfälliger für Infektionen und brauchen besonderen Schutz.


Der Großteil der Frühgeborenen kommt gesund zur Welt. Jedoch ist ein Frühchen für ein Leben außerhalb des Mutterleibs noch nicht reif genug. Unsere Aufgabe ist es nun, dem Frühchen, auf der Intensivstation eine normale Entwicklung zu ermöglichen. Wie viel Unterstützung das Kind benötigt, hängt von seinem Geburtsalter (d.h. in welcher Schwangerschaftswoche es geboren wurde) und seiner bisherigen Entwicklung ab. Heutzutage können aufgrund des technischen Fortschritts und der Spezialisierung des ärztlichen und pflegerischen Personals sogar extrem unreife Frühgeborene, die ab ca. 23 Schwangerschaftswochen geboren sind, überleben.


Bedeutung für Eltern und Kind


Die Eltern und ihr zu früh geborenes Baby brauchen eine Umgebung, die die Umsetzung einer entwicklungsfördernden Betreuung erleichtert. Für das Kind, seiner Familie und dem betreuendem Personal muss ausreichend Platz zur Verfügung stehen. Die Gestaltung einer entwicklungsfördernden Umgebung bedeutet unter anderem, die Minimierung jeglicher Stressbelastung, durch akustische und visuelle Reize. Eine gezielte Unterstützung und individuelle Betreuung durch das Ärzte- und Pflegepersonal ist notwendig. Besonders wichtig ist die Integration der Familie, insbesondere der Mutter eines Frühgeborenen, damit sie sich während der Wochen, oft Monaten des gemeinsamen Aufenthaltes, wohl fühlen können.


Neonatologie-Teams bemühen sich, den schmalen Weg zwischen medizinischer Notwendigkeit und den Bedürfnissen des Frühgeborenen und seiner Eltern zu finden. Dies bedeutet, dass Eltern möglichst früh in die Pflege eingebunden werden um die sensorische Entwicklung durch Nähe und Körperkontakt zu unterstützen. Die Mutter wird von Beginn an beraten und unterstützt, trotz schwieriger Bedingungen die Laktation zu födern, um die Versorgung mit Muttermilch zu gewährleisten und späteres Stillen des Kindes zu ermöglichen. Dies dient auch zur Unterstützung der Immunabwehr des Frühgeborenen.


Zu früh geboren zu sein ist mit vielen Ängsten und Sorgen verbunden. Daher braucht es einen intensiven Austausch zwischen Eltern, Ärzten und Pflegepersonen. Eine Elternmappe kannals Informationsgrundlage dienen. Sie soll Teil der Begleitung sein und den Eltern in einer Ausnahmesituation Unterstützung bieten. Als Erinnerung und Nachschlagewerk dürfen sie diese Mappe für ihr Kind mit nach Hause nehmen.


Elterninformationsmappe


2009 wurde im Rahmen eines Workshops der Österreichische Arbeitskreis für Neonatologische Kinderkrankenschwestern/Pfleger (aus ganz Österreich) gegründet. (ÖANKK).


Einmal jährlich kommt diese Gruppe zu einem Arbeitstreffen zusammen um sich aktuellen Themen zu widmen, Erfahrungen auszutauschen und auch gemeinsame Projekte umzusetzen. Das erste Ergebnis dieser Workshops ist eine einheitliche Elterninformationsmappe., Diese Mappe soll denEltern helfen, die vielen Informationen die sie nun täglich bekommen zu sammeln und auch selbst Erinnerungen darin festzuhalten. So kann von Beginn an mit den Eltern gearbeitet werden.


Der Österreich weite Erfahrungsaustausch ist hilfreich und motivierend. Dieses so entstandene Netzwerk kann zur Weiterentwicklung aktueller Themen in der neonatologischen Pflege und Betreuung genutzt werden.


Vorsitzende des ÖANKK Arbeitskreises:


DKKS Evelyne Peinsipp


Bereichsleitung Kinder und Jugendabteilung/Geburtshilfe LK Wr. Neustadt


 


Stellvertretung:


DGKS Anna Maria Mitterlehner Bereichsleitung Mutter Kind LKM Amstetten

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