Für Eltern

Das Leben mit dem Neugeborenen • Stillen ja, aber richtig • Fragen und Antworten

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Für Eltern2018-10-24T12:50:41+00:00

Stillen ist die natürlichste Sache der Welt und der beste Start ins Leben

Herzlichen Glückwunsch zur Geburt Ihres Kindes!
Jetzt beginnt das Abenteuer des Lebens mit einem (weiteren) Baby. Sie haben sich wahrscheinlich für das Stillen entschieden, nachdem Sie sich intensiv darüber informiert, ein Buch dazu gelesen und mit anderen diskutiert haben. Möglicherweise wurde das Stillen in der Geburtsvorbereitung besprochen.
Unabhängig davon, wie viel Sie wissen, ist es ganz normal, dass eine Reihe von Fragen auftaucht, wenn Sie anfangen, Ihr Baby zu stillen.
Dieser Leitfaden ist dazu da, Ihnen schnell Informationen zu geben. Er soll helfen, Fragen zu beantworten, über Grundlagen des Stillens aufklären, das Auftreten von Stillschwierigkeiten zu vermeiden, und vorschlagen was Sie tun können, wenn doch Schwierigkeiten auftreten.

Stillen ist einfach

Nun sind Sie mit Ihrem Neugeborenen auf dem Weg in das Abenteuer Elternschaft. Sicher haben Sie viele Fragen, die Ihr Baby und besonders das Stillen betreffen.

Im Geburtsvorbereitungskurs, durch Ihre Ärzte, die Hebamme und vom Pflegepersonal im Krankenhaus haben Sie Informationen über das Stillen bekommen. Aber auch durch die Medien, von Familienmitgliedern, Freunden und Bekannten hören Sie Vieles, oft sehr Widersprüchliches, zu diesem Thema.

Mit grundsätzlichen Informationen sollen Fragen geklärt werden, Sie werden mit den oft auftretenden Schwierigkeiten und ihren Lösungen vertraut gemacht und werden daher hoffentlich ernsten Problemen aus dem Weg gehen können. Falls Sie weitere Hilfe brauchen, wenden Sie sich an Ihre StillspezialistIn/Laktationsberaterin IBCLC

Ein Neugeborenes zu versorgen ist eine Aufgabe rund um die Uhr. Um die nötige Kraft und das Durchhaltevermögen für die Belastung dieser ersten Zeit mitzubringen, ist es unerlässlich, dass Sie als Mutter auf Ihre eigenen Bedürfnisse achten.

– kommt gern, aber überlegen Sie sich gut, wen Sie in der ersten Zeit einladen!

  • Freuen Sie sich über Besucher, die etwas zum Abendessen für Ihre Familie mitbringen, sich um die Wäsche kümmern, während sie das Baby bewundern, oder das ältere Geschwisterkind oder das Baby zu einem Spaziergang mitnehmen, damit Sie sich in Ruhe dem Baby oder ihrem älteren Kind widmen können.
  • Laden Sie niemanden ein, der erwartet, bewirtet zu werden, der Ihrem Entschluss zu Stillen negativ gegenübersteht oder der Sie einfach zu sehr anstrengt. „Ärztliche Empfehlungen“ können sehr hilfreich sein, in den ersten Wochen Stress von Ihrer jungen Familie fernzuhalten.

ist wichtig – gönnen Sie sich so viel Ruhe wie möglich!

  • Schlafen Sie, wenn das Baby schläft.
  • Vereinfachen Sie Ihre Haushaltsführung.
  • Nehmen Sie jede mögliche Hilfe in Anspruch.
  • Richten Sie sich eine einladende Stillecke ein – ein Polstersessel oder ein bequemes Sofa, ausreichend Kissen, eine kleine Fußbank, eine Thermosflasche mit beliebigem Getränk, Telefon, Fernsehfernbedienung, Lektüre, Stift und Schreibblock – kurz, was immer Sie benötigen, damit Sie entspannt stillen können und damit Unterbrechungen vermieden werden.
  • Überlegen Sie auch, ob Sie das Baby nachts zum Stillen mit in Ihr Bett nehmen möchten – vielleicht schlafen Sie dabei mit dem Kind ein und bekommen so etwas mehr Schlaf, achten Sie dabei auf eine sichere Schlafumgebung.

Sie sich möglichst vielfältig und gesund!

Auch wenn Ihnen Zeit und Energie fehlen, regelmäßige Mahlzeiten zuzubereiten, können Sie sich mit kleinen Zwischenmahlzeiten gesund ernähren. Einige gute Beispiele für schnelle Kost für stillende Mütter wären Joghurt, Käse, Haferflocken und Müsli, Vollkornbrot, Nüsse, Sesam, Obst und rohes Gemüse.

Auch wenn Sie es nicht schaffen, sich ausgewogen zu ernähren, bekommt Ihr Baby trotzdem mit Ihrer Milch alles, was es braucht.

Sie immer, wenn Sie durstig sind.

Nehmen Sie ein Getränk wie z.B. Wasser-, Früchte- oder Kräutertees bei jeder Stillmahlzeit zu sich. Trinken Sie weiterhin wie gewohnt bei den Mahlzeiten und dazwischen.
Meiden Sie stimulierende Energydrinks.
Kaffee, schwarzen Tee und Softdrinks sowie alkoholische Getränke sollten Sie nach
Möglichkeit nur in geringem Maße zu sich nehmen.

Trinken Sie nicht mehr Kuhmilch, als Sie vor der Schwangerschaft gewohnt waren. Gestillte Kinder reagieren oft auf Kuhmilcheiweiße in der Ernährung der Mutter.

Praktische Anleitungen zum guten Beginn

Stillposition heißt die Lage, in der Sie das Baby halten. Anlegen beschreibt, wie das Baby die Brust erfasst.

1. Lehnen/legen Sie sich entspannt zurück. Wenn Sie mögen, unterstützen Sie die Brust
mit Ihrer Hand. Legen Sie den Daumen oberhalb der Brustwarze und die Finger unter
der Brustwarze, ca. 3 cm von der Brustwarze entfernt, auf.

2. Halten Sie das Baby so, dass sein ganzer Körper Ihnen zugewandt ist und an Ihrem Körper anliegt. Das Kind soll seinen Kopf nicht drehen müssen, um die Brust erfassen zu können, da dies das Schlucken sehr erschwert. Der Mund des Babys soll auf Höhe der Brustwarze sein.

3. Falls Ihr Baby nicht von selbst die Brust erfasst, stimulieren Sie nun die Lippen des
Babys mit der Brustwarze, in dem Sie mit dem Daumen auf die Brust drücken. Dies
löst den Suchreflex aus und hat zur Folge, dass das Kind den Mund WEIT öffnet und
die Zunge auf die untere Zahnleiste senkt.

4. Wenn der Mund weit geöffnet ist, wird Ihr Baby die Brustwarze „suchen“ und von allein so erfassen, dass es die Brustwarze und einen großen Teil des Brustgewebes zu fassen bekommt.

5. Falls Ihnen nach dem Anlegen das Saugen des Kindes Schmerzen bereitet, lösen Sie im Mundwinkel des Babys den Saugschluss mit Ihrem Finger, nehmen Sie es ab und beginnen Sie nochmals. Es ist ganz normal, wenn in der Lernphase dieser Vorgang mehrere Male wiederholt werden muss, aber die Mühe lohnt sich!

6. Lassen Sie Ihr Kind NIE nur an der Brustwarze saugen. Dies verhindert das gute Entleeren der Brust und ist der häufigste Auslöser für wunde Brustwarzen und schlechtes Gedeihen des Säuglings.

saugpos_falsch

Falsch

Schlecht angelegtes Baby. So saugt es nur an der Brustwarze, macht sie wund und bekommt kaum Milch.

saugpos_richtig

Richtig

Gut angelegtes Baby, hat viel Brustgewebe erfasst, kann die Brust gut leeren, verursacht kein Wundwerden und gedeiht

Die drei häufigsten Stillpositionen sind das Stillen im Liegen, die Wiegenhaltung und die Rückenhaltung

Legen Sie sich bequem mit dem Oberkörper etwas erhöht und/oder durch Kissen unter Kopf und Nacken gut gestützt zurück. Ihr Baby liegt in Bauchlage schräg oben auf Ihrem Bauch, so dass es bequem die Brustwarze erreichen kann und Sie sein Gesicht sehen können. Wenn das Baby die Brust riecht (keine Seife, Hautlotionen oder Ähnliches an die Brustwarze oder den Warzenhof bringen!) wird es seinen Mund weit öffnen, suchende Bewegungen mit dem Kopf machen und von alleine die Brust gut erfassen.

Diese Position ist besonders günstig für die ersten Lebenswochen, da die Neugeborenenreflexe des Babys das Suchen und Erfassen der Brust unterstützen, wenn es gegen die Schwerkraft geneigt großflächigen Kontakt mit dem Körper der Mutter hat. Es erkennt die Brustwarze der Mutter am Geruch und kann sie deshalb alleine richtig mit viel Brustgewebe erfassen.

Seitliches Stillen im Liegen

Legen Sie sich auf die Seite, Ihr Rücken soll gut abgestützt sein. Ihr Kind liegt zu Ihnen gedreht, sein Mund ist auf Höhe Ihrer Brustwarze. Nun ziehen Sie Ihr Baby eng an sich und reichen Sie ihm die Brust. Ein dickes Kissen unter dem Kopf (NICHT unter den Schultern) hilft Ihnen, sich dabei nicht zu verspannen.

Um die andere Brust zu reichen, können Sie das Kind auf Ihre Brust legen und mit ihm zur anderen Seite rollen, oder Sie können Ihre Schulter, Hüfte und das obere Bein im Knie angewinkelt nach vorne schieben, so dass das Kind die zweite Brust erfassen kann.

Sie sitzen bequem zurückgelehnt, Ihr Rücken und Ihre Arme sind gut gestützt. Halten Sie das Kind im Arm, Bauch an Bauch mit Ihnen, das Köpfchen in der Armbeuge gestützt, den Po in Ihrer Hand etwas gegen die Schwerkraft geneigt, so dass das Baby mit der ganzen Vorderseite des Körpers auf/an Ihrem Körper liegt.

Unterstützen Sie mit Ihrer anderen Hand die Brust. Achten Sie darauf, dass das Gewicht des Babys nach unten gut durch Ihren Körper, auf dem es liegt oder ein festes Kissen abgestützt ist. Ihr Arm wird sonst im Laufe der Stillmahlzeit ermüden, und das Kind langsam aus einer guten Position in eine Lage abrutschen, in der es nicht mehr optimal saugen kann, und anfängt Ihnen Probleme zu bereiten.

Es ist ideal, die Stillposition so oft wie möglich zu wechseln. Je nach Haltung leert das Baby nämlich die Regionen der Brust besonders effektiv, zu denen sein Unterkiefer liegt, was Milchstaus verhindert, die Milchproduktion anregt und wunde Brustwarzen vermeiden kann.

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Die Nachfrage regelt das Milchangebot

Je mehr Milch Ihr Kind trinkt, desto mehr Milch stellt Ihre Brust zur Verfügung. Ebenso verringert sich die Milchmenge, wenn weniger Milch verlangt wird. Hier sind einige Hinweise, wie eine ausreichende Milchmenge und ein zufriedenes, gut gedeihendes Baby gewährleist werden können.

Nach den ersten Lebenstagen stellen sich die meisten Neugeborenen auf 10 bis 16 oder mehr Mahlzeiten in 24 Stunden ein. Viele Babys stillen meist in kürzeren Abständen und legen nur eine längere Schlafpause ein.

Häufige, kürzere Stillmahlzeiten regen die Milchproduktion gut an und sind für Mutter und Kind angenehmer als überlange Trinkperioden mit langen Zwischenpausen, weil die Brust dann nicht so leicht spannt und das Baby nicht über Unruhe-/Hungerphasen hinweg getröstet werden muss.

Eine Stillzeit von 10 bis 30 Minuten liegt in der Norm. Kürzere und längere Stillmahlzeiten sind ebenfalls in Ordnung so lange Ihr Baby eine gute Gewichtsentwicklung hat. Es stimmt nicht, dass der Großteil der Milch in den ersten 10 Minuten getrunken wird, da eine Mutter kontinuierlich bis zu sechs Milchspendereflexe pro Stillmahlzeit hat. Die Zusammensetzung der Milch verändert sich während der Stillmahlzeit. Erst fließt die wenig fetthaltige Vormilch, die den Durst des Babys löscht (es aber im Gegensatz zu Tee mit Vitaminen, Mineralien und Abwehrstoffen versorgt). Im Verlauf steigt der Fettgehalt an bis gegen Ende der Mahlzeit die fettreiche Hintermilch dafür sorgt, dass das Baby satt ist, die Brust zufrieden loslässt und gut zunimmt.

Wenn Ihr Baby sehr lange Stillmahlzeiten hat und dabei nicht gut zunimmt, suchen Sie Hilfe bei Ihrer StillspezialistIn/LaktationsberaterIn IBCLC.

In den ersten Lebenswochen sollten dem Stillkind keine Flaschen oder Beruhigungssauger gereicht werden, da bis zum Alter von sechs Wochen die Gefahr einer Saugverwirrung groß ist.

Ein gesundes Neugeborenes braucht nur Muttermilch. Künstliche Säuglingsnahrung, Wasser oder Tee sind nicht anzuraten, da dies in den Zyklus der Anpassung der Milchmenge an die Bedürfnisse des Säuglings eingreift und zu mangelnder Milchmenge führen kann.

Um Komplikationen zu vermeiden, ist es daher am Besten, zu Anfang das Saugbedürfnis des Kindes ausschließlich an der Brust zu „stillen“, und später, falls in Abwesenheit der Mutter eine Mahlzeit gegeben wird, gesammelte Muttermilch zu verwenden. (siehe dazu Entleeren der Brust)

Känguruhen Sie häufig mit Ihrem Baby (nackte Mamahaut an nackter Babyhaut), das unterstützt die Bildung der Milchmenge und hilft Ihrem Baby sich gut zu entwickeln.

Fragen, Sorgen und Lösungen

Es ist nicht so einfach festzustellen, wie viel Milch ein gestilltes Kind zu sich nimmt. Achten Sie daher auf folgende Zeichen, um diese Frage beantworten zu können: Ein Kind, das zufrieden und lebhaft ist, häufig stillt, sechs bis acht nasse (schwere) Windeln und in den ersten vier Wochen zwei mal oder öfter Stuhlgang am Tag hat, ist sicherlich ausreichend versorgt.

Nach der Geburt dürfen Kinder bis zu 10% ihres Geburtsgewichtes abnehmen. Nach ungefähr acht bis zehn Tagen sollten sie ihr Geburtsgewicht wieder erreicht haben und dann pro Woche 200 – 250 g oder sogar mehr in den ersten drei bis vier Monaten zunehmen.

In den ersten Tagen sagen viele Mütter, dass ihre Brustwarzen empfindlich oder gereizt sind. Dies ist kein Grund zur Sorge, da die Empfindlichkeit vergeht, sobald mehr Milch fließt. Schmerzen die Brustwarzen allerdings während der gesamten Stillmahlzeit sehr, oder entstehen Risse und Rhagaden, braucht man Hilfe, um eine Unterbrechung des Stillens zu vermeiden.

Die häufigsten Ursachen für wunde Warzen sind schlechtes Erfassen der Brust, eine schlechte Stillposition des Babys, ein Kind, das während der Stillmahlzeit abrutscht, Hautreizungen durch Stoffe, Waschmitteln oder Pflegemittel. Weniger oft sind die Beschwerden auf Saugprobleme des Babys, Soor oder Hauterkrankungen zurückzuführen.

Was Linderung bringt

  • Korrektes Anlegen und Erfassen der Brust
  • Stillpositionen wechseln
  • Auf der weniger schmerzenden Seite anfangen zu stillen
  • Am Ende der Stillmahlzeit Hintermilch auf der Warze antrocknen lassen
  • Licht und Luft an die Warzen lassen
  • Zwischen den Mahlzeiten trocken halten (Stilleinlagen wechseln, Baumwollwäsche tragen, Synthetikwäsche vermeiden)

Bei stark schmerzenden Brustwarzen bitten Sie Ihre StillspezialistIn/Laktationsberaterin IBCLC um gezielte Hilfe.

Der initiale Milcheinschuss, wenn sich das cremige, immunstoffreiche Kolostrum in reife Muttermilch wandelt, bringt für manche Mütter eine starke Brustdrüsenschwellung mit sich. Häufiges Anlegen des Kindes ist die beste Methode, die frühe Milchbildung zu fördern und die Schwellung, die durch verstärkten Blutzufluss verursacht wird, nicht so stark werden zu lassen bzw. zum Abklingen zu bringen.

Feuchtwarme Umschläge für ein bis drei Minuten vor dem Anlegen erleichtern das Fließen der Milch.

In schwierigen Fällen, wenn der Säugling nicht an der prallen Brust trinken kann, muss vor dem Anlegen von Hand oder mit einer guten elektrischen Pumpe die Brust etwas entleert werden.

Nach der Stillmahlzeit sollten kalte Umschläge, z.B. kalte, nasse Tücher, Eisbeutel, Beutel mit gefrorenen Erbsen oder Kirschkernen (Gefrorenes immer vorher mit einem trockenen Tuch umwickeln!), für 20 Minuten angewendet werden. Weißkohlblätter können ebenfalls verwendet werden, sie können bis zum nächsten Stillen auf der Brust bleiben. Dies bringt die Schwellung zum Abklingen, wirkt schmerzlindernd und zögert das schnelle Nachfüllen etwas hinaus.

Beim Milchstau, der meist das Ergebnis von zu langen Stillpausen oder Druck auf eine Stelle des Drüsengewebes ist, ist Ausruhen die erste Mutterpflicht. Die oben beschriebenen Maßnahmen sind auch hier hilfreich. Zusätzlich kann man das Kind immer an der gestauten Brust zuerst anlegen. Dabei darauf achten, dass eine Stillposition gewählt wird, in der das Baby den Stau besonders gut entleeren kann (Unterkiefer des Babys soll zu der gestauten Stelle weisen), und den Milchfluss an der gestauten Stelle nach Einsetzen des Milchspendereflexes ganz sanft durch flächiges Handauflegen in Richtung Brustwarze unterstützen.

Auch durch Weinen und Schreien kann sich das Kind in der ersten Lebenszeit schon verständigen. Ignorieren Sie daher nie die Signale Ihres Kindes, es braucht auf jeden Fall Zuwendung, auch wenn Sie den Grund des Unbehagens nicht immer finden können. Vielleicht möchte Ihr Baby gestillt werden – ob aus Hunger oder zur Beruhigung, das Saugen an der Brust und Hautkontakt (nackte Mamahaut an nackter Babyhaut) sind in vielen Fällen das, was das Baby zufrieden stellt.

Auch rhythmische Bewegung wie Wiegen, auf dem Arm oder im Tragetuch herumtragen ist beruhigend. Das Ticken einer Uhr, das Summen eines Ventilators oder sanfte Musik können auch helfen. Wenn es scheint, als hätte das Kind Bauchschmerzen, achten Sie durch gute Anlegetechnik darauf, dass das Baby beim Stillen so wenig Luft wie möglich schluckt. Danach ist oft ein Bäuerchen hilfreich. Eine Tragehaltung die etwas Druck auf den Bauch ausübt, über Ihre Schulter „hängend“ oder in der „Fliegerhaltung“ auf dem Arm, empfinden die Babys oft als angenehm.

Manche Säuglinge weinen mehr, schlafen weniger und sind ganz einfach pflegeintensiver als andere. Jedes Baby hat eine eigene Persönlichkeit.

Versuchen Sie, nicht zu viel mit anderen Babys zu vergleichen. Stellen Sie sich auf die Bedürfnisse Ihres Babys ein und finden Sie möglichst viel Unterstützung und Hilfe für sich selbst.

Wenn Ihr Kind regelmäßig, meistens am späten Nachmittag oder abends, sehr unruhig ist und schreit, ist anzunehmen, dass es sich dabei um sogenannte Drei-Monats-Koliken handelt. Dies ist wahrhaftig eine Herausforderung, da es außer viel Zuwendung und Geduld kaum ein Patentrezept für dieses Problem gibt.

Trösten Sie sich damit, dass das Baby nicht krank ist, dass Sie nichts mit dem Kind „falsch“ machen, und dass die Schwierigkeiten abnehmen, nachdem das Kind etwas älter geworden ist.

Mit etwas Übung ist diese Methode genauso hygienisch wie eine elektrische Brustpumpe und sogar noch effektiver. Sie sind damit unabhängig von technischen Hilfsmitteln und Elektrizität. Viele Frauen bevorzugen das Entleeren der Brust von Hand, weil sie es als angenehmer empfinden als das Benutzen einer Brustpumpe, die auch noch zusätzlich Arbeit mit der Reinigung macht.

Beim Entleeren der Brust von Hand soll mit den Fingern die Zungenbewegung nachgeahmt werden, mit der der Säugling die Milch aus den Brüsten entleert. Nach sorgfältigem Händewaschen nimmt man die Brust in die Hand, Daumen und Zeigefinger formen ein „C“ und liegen mit den Fingerspitzen ca. 3 – 3,5 cm hinter der Brustwarze. Es soll eine gedachte Linie zwischen den Fingerspitzen über die Brustwarze hinweg gehen.
Nun wird die Brust leicht angehoben, Daumen und Fingerspitzen drücken dann etwas in Richtung Brustkorb und werden anschließend mit leichtem Druck auf das Brustdrüsengewebe (darf nicht wehtun) nach vorne zur Brustwarze geführt ohne auf der Haut zu rutschen.

Die Haut der Areola schiebt sich dabei zusammen. Danach soweit locker lassen, bis die
Brust nur noch leicht von der Hand gehalten wird, Finger und Daumen gehen in die Ausgangsposition 3 – 3,5 cm hinter der Brustwarze zurück. Das „locker lassen“ ist wichtig, damit die Milch nachfließen kann.
Nun wird wieder von vorn begonnen. Die Entleerung muss so rhythmisch sein wie ein Baby auch trinken würde: Brust anheben, Finger in Richtung Brustkorb spreizen, Fingerspitze und Daumen zur Brustwarze zusammenführen, lockerlassen.

Sobald der Milchfluss an dieser Stelle versiegt, muss die Hand um die Brust verschoben werden, um alle Bereiche der Brust zu erreichen. Die Milch sollte in einem sauberen Gefäß aufgefangen und verschlossen gleich hinten in den Kühlschrank gestellt werden. Dort ist sie fünf Tage bis eine Woche haltbar.

Manche Neugeborene sind in den ersten Tagen schläfrig. Sie wachen vielleicht nicht oft genug zum Stillen auf. Denken Sie daran, Neugeborene müssen mindestens acht bis zwölf Mal in 24 Stunden stillen.
Manche Babys schlafen auch wieder ein, nachdem sie angefangen haben zu stillen.
Hier sind ein paar Möglichkeiten, wie man ein Baby wecken kann. Babys sind unterschiedlich und reagieren auf die verschiedenen Methoden auch unterschiedlich. Probieren Sie aus, was Ihr Baby wach hält. Wenn etwas nicht (mehr) wirkt, versuchen Sie eine andere Variante.

Stimulieren Sie alle Sinne Ihres Babys

  • Ziehen Sie Ihr Baby bis auf die Windel aus, damit es durch die Raumtemperatur stimuliert wird
  • Nehmen Sie Ihr Baby vor dem Stillen für 15 – 30 Minuten in Hautkontakt
  • Reiben Sie sanft die Haut und massieren Sie Ihr Baby an verschiedenen Körperstellen von oben bis unten, streichen Sie über seinen Kopf, seine Fußsohlen, auf und ab entlang der Wirbelsäule, über den Bauch, entlang der Arme, streichen Sie über den Oberbauch.
  • Regeln Sie die Beleuchtung so, dass Ihr Baby dadurch stimuliert wird, das Licht aber nicht zu grell ist, sodass Ihr Baby seine Augen öffnen mag und sie nicht zukneifen muss.
  • Wenden Sie den „Puppenaugentrick“ an: Bewegen Sie Ihr auf Ihrem Schoß zu Ihnen gewandt sitzendes Baby sanft mit dem Oberkörper auf und ab bis es die Augen öffnet.
  • Sprechen Sie Ihr Baby an. Babys reagieren auf die Stimme ihrer Mutter.
  • Lassen Sie das Baby für einige Minuten an Ihrem sauberen Finger saugen.
  • Entleeren Sie etwas Muttermilch aus der Brust und halten Sie sie unter Babys Nase. Lassen Sie etwas Muttermilch über die Brustwarze laufen während sie das Baby anlegen.
  • Bewegen Sie die Brustwarze in Babys Mund (achten Sie darauf, dass es dann nicht nur an der Brustwarze saugt). Wenn der Saugschluss dadurch gebrochen wird, legen Sie ihr Baby neu an.
  • Ändern Sie die Stillposition Ihres Babys von der Wiegen- zur Rückenhaltung und wieder zurück
  • Wechseln Sie zwischendurch die Windeln Ihres Babys.

Wenn sich Ihr Baby trotz Anwendung diverser oben benannter Methoden nicht wecken lässt, ist das ein Grund zur Besorgnis und Sie sollten Ihre KinderärztIn kontaktieren.

Wir weisen darauf hin, dass diese Informationen der generellen Information der Eltern dienen und einem Arztbesuch nicht  gleich kommen oder ihn ersetzen. Beachten Sie immer die Anweisungen ihrer KinderärztIn und zögern Sie nicht, seinen/ihren Rat zu suchen, wenn Sie über die Gesundheit Ihres Babys besorgt sind.

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Stillpositionen

Stillen in Rückenlage

Stillen in Seitlage

Umdrehen mit Baby nach Kaiserschnitt

Wiegehaltung im Sitzen

Wiegehaltung halb aufgerichtet im Bett

Rückenhaltung halbaufgerichtet im Bett

Rückenhaltung im Sitzen, Zurücklehnen zum entspannten Stillen

Rückenhaltung von vorn gesehen

Kontakt

Ausbildungszentrum Laktation und Stillen

Telefon: +49 571-710618

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